Heimat 2.0                                                              Juli 2016

Freiburger Akkordeon Orchester und ensemble variabile (Musikschule Freiburg)

 

...del agua y sus espíritus...
2013 realisierte ich die Klanginstallation Yakushimi (Die Sprache des Wassers), eine mediale Meditation über das Wasser. Diese Installation besteht ausschließlich aus Wassergeräuschen, die in der Natur von mir in mehreren Jahren aufgenommen wurden. Der Kontakt mit dieser Klangwelt hat mich fasziniert und angeregt, weiter mit ihr zu arbeiten, wie zum Beispiel in dem Projekt ...del agua y sus espíritus.... Diese Komposition besteht aus einer 8-Kanal Lautsprecher Anlage, die eine Montage von Wassergeräuschen wiedergibt. Die Musiker des Akkordeonorchesters werden im Raum verteilt und musizieren dazu. ...del agua y sus espíritus.... ist aus der Sehnsucht entstanden, das zurückzugewinnen, was in unserem urbanen modernen Leben immer mehr in den Hintergrund gerät, nämlich, der einfache Kontakt zu Erde, Sonne, Wasser, Wind, Landschaft. Wassergeräusche und Akkordeon-Klänge sollen uns dabei helfen, eine Welt wiederzufinden, in der wir das Gefühl von HEIMAT (Mensch-Raum-Zeit-Tradition) im weitesten Sinne haben.


Mesias Maiguashca, 2016

 

 

„Stübelisproch“ bezieht sich auf das Lied „In Muders Stübeli“, das während der großen Hungerskatastrophen 1816/17 und 1847 entstand und in verschiedenen Textfassungen seine Verbreitung fand. „Stübelisproch“ ist Teil einer Werkreihe, in der ich mich auf unterschiedliche Weise mit dem Lied auseinandersetze (Stübeligsang, ogploft u.a.).
Mit „Stübelisproch“ möchte ich den Bedeutungen zwischen den Zeilen des Liedes „In Muaders Stübeli“ nachspüren. Ein intime Sprache, hinter verschlossener Tür, im Kreis der Familie, leise, nach Worten ringend, schweigend, andeutend, anklangend, wütend, beschwichtigend, tröstend. Mit „Stübelisproch“ möchte ich hineinhorchen in das Unausgesprochene, in die klirrende Kälte der Stube, in die Bedeutsamkeit, die Bilder und Emotionalität der Worte. Die eigentliche Melodie des Liedes ist für mich ein Sinnbild des Trostes – ein Lied inmitten der Sprachlosigkeit, die zwischen den Zeilen herrscht. An Stelle von Worten tritt das bedeutungsoffene „Hm, Hm, Hm“.
An der Grenze zur Sprache - diesen Raum möchte ich zum Klingen bringen. Angesichts der trostlosen Verhältnisse während der Hungerskatastrophe überhaupt Worte zu finden, geschweige denn die Stimme zu erheben war nahezu unmöglich, bisweilen ein großes Wagnis. Entsprechend erklingen in „Stübelisproch“ das gesungene Wort, die melodischen Andeutungen und kurzen Zitate nicht als Selbstverständlichkeit. Der Situation Sprache abringen, Worte wagen, Trost suchen, Klang gemeinsam erhaschen.


Christian Billian, 2016

 

 

 

 

Programm                                                     

 

 

 

...del agua y sus espíritus...
für 18 Akkordeons und Wassergeräusche      

Mesias Maiguashca (*1938)

 

 

Lueget vo Berg un Tal Christian Billian (*1972)

 

 

Luegemol Christian Billian (*1972)

 

 

Oglopft

Christian Billian (*1972)

 

 

Stübeligsang

Christian Billian (*1972)

 

 

Stübelisproch

Christian Billian (*1972)
 

 

Oglopft

Christian Billian (*1972)
   

Inselland

Christian Billian (*1972)
   
Kein schöner Land

Christian Billian (*1972)

 

 
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